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Zeitarbeit ist ein Arbeitsmodell der Zukunft Wolfgang Clement 21.12.07 bza // In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung am 19.12.2007 äußert sich der ehemalige Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Wolfgang Clement (SPD) u.a. zur Zeitarbeit: sueddeutsche.de: Die SPD will den Markt der Zeitarbeiter stärker reglementieren. Clement: Ich bitte Sie, wer soll denn die Geringqualifizierten sonst in Arbeit bringen? Das geschieht nur über solche, auch geringbezahlte Jobs. Wir haben effektiv erreicht, dass die Menschen in Bewegung kommen. Viele, die vorher wie festgebunden an die Sozialhilfe schienen, haben wir durch das Fordern und Fördern da herausgeholt. Das gilt für alle Alters- und Berufsgruppen. Es hat doch niemand geglaubt, dass wir Ältere wieder in Arbeit bekommen. Aber das geschieht jetzt - überwiegend mit Hilfe der Zeitarbeitsfirmen.
sueddeutsche.de: Kurt Beck sagt, es könne nicht sein, dass in manchen industriellen Branchen mehr als 40 Prozent der Belegschaft aus Zeitarbeitern bestehen.
Clement: Da wird auch ein Einzelfall verallgemeinert. Gehen wir doch mal zu BMW nach Leipzig, da gehe ich mit Herrn Beck gerne hin. Dort wird ihm erklärt werden, dass ohne die geringer bezahlten Zeitarbeiter die Firma BMW nie nach Leipzig gekommen wäre. Die würden heute in der Slowakei produzieren. In den meisten solcher und ähnlicher Fälle geschieht der Einsatz von Zeitarbeitern übrigens in Übereinstimmung mit den Belegschaften.
sueddeutsche.de: Wie finden Sie es, dass manche Unternehmen konzerneigene Zeitarbeitsfirmen schaffen?
Clement: Das muss beendet werden. Solche Unternehmen ziehen natürlich den Verdacht des Lohndumpings auf sich. Diese Firmen sollten an normale Zeitarbeitsunternehmen übergeben werden. Nichts spricht übrigens dagegen, in der Zeitarbeit einen tariflichen Mindestlohn zu vereinbaren und ihn für allgemeinverbindlich zu erklären. Das sollte der Bundesarbeitsminister machen. Der Antrag dazu liegt vor.
sueddeutsche.de: Ist es nicht ungerecht, wenn der Kollege Zeitarbeiter am Fließband weniger verdient als der Festangestellte drei Meter weiter?
Clement: Der Zeitarbeiter ist bei der Zeitarbeitsfirma angestellt. Das ist sein Arbeitgeber. Dort ist er abgesichert wie jeder andere Arbeitnehmer bei seinem Unternehmen. Aber es ist vernünftig, wenn das niedrigere Gehalt nach und nach an das Einkommen der Festangestellten angepasst wird. In einigen Unternehmen wie Audi sind wird schon bei diesem Prinzip des equal pay.
sueddeutsche.de: Zeitarbeit als Arbeitsmodell der Zukunft.
Clement: Sicher. Die Zeitarbeit muss eine führende Rolle auf dem Gebiet der Qualifikation einnehmen. Die Unternehmen haben ein Interesse dran, dass sie möglichst gut ausgebildete Mitarbeiter vermittelt bekommen. Es wird Zeitarbeitnehmer geben, die werden demnächst teurer werden als Festangestellte, weil sie besser qualifiziert sind. Auf die längere Sicht werden diejenigen Vorteile haben, deren Berufsbiographie von Flexibilität geprägt wird.
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