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News - Kurzmeldungen

Ohne Zeitarbeit gäbe es heute in Deutschland hunderttausende Arbeitsplätze weniger

10.12.07 bza // „Keine Beschäftigungsform ist in den zurückliegenden Jahren so stark gewachsen wie die Zeitarbeit.“ Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn (IWG) in seiner heute in Berlin vorgestellten Studie „Die Rolle der Zeitarbeit in einem sich ändernden Arbeitsmarkt“. Angesichts der positiven Entwicklung der Zeitarbeit und ihrer Erfolge im deutschen Arbeitsmarkt warnte Professor Dr. Meinhard Miegel, Vorstandsmitglied des IWG und einer der Verfasser der Studie, die Kritiker der Zeitarbeit vor einer neuerlichen Regulierung dieser Branche. „Wer dieses anstrebt, bewegt sich jedoch auf einem schmalen Grad“, so Miegel wörtlich. Ohne die möglichst ungehinderte Entfaltung der Zeitarbeit gäbe es heute in Deutschland hunderttausende von Arbeitsplätzen weniger. Die Kritiker der Zeitarbeit müssten sich deshalb genau überlegen, ob sie lediglich Missbrauch bekämpfen oder eine Arbeitsform treffen wollten, die für den Arbeitsmarkt ständig wachsende Bedeutung habe.

Gründe für die positive Entwicklung sehen die Verfasser der Studie, Professor Dr. Meinhard Miegel, Stefanie Wahl und Martin Schulze, neben den zahlreichen Deregulierungsmaßnahmen in der Notwendigkeit von Unternehmen, Personal möglichst passgenau und kostengünstig einzusetzen. Ursächlich für den Boom in der Zeitarbeitbranche seien auch die wechselseitige Erprobung von Arbeitskräften und Unternehmen, der kontinuierliche Ausbau der Arbeitnehmerüberlassung durch weitere Personaldienstleistungen und nicht zuletzt die nach wie vor beträchtliche Arbeitslosigkeit. Für zahlreiche Arbeitslose sei Zeitarbeit die Brücke zurück in den Arbeitsmarkt. Gerade für nicht oder nur gering Qualifizierte sei Zeitarbeit eine Art  „arbeitsmarktpolitische Nachhut“, so Wahl. Etwa 90 Prozent der Zeitarbeitnehmer seien diesem Bereich der Standardzeitarbeit zuzuordnen. „Ohne Zeitarbeit wäre wahrscheinlich ein Großteil dieser gering qualifizierten Helfertätigkeiten wegrationalisiert oder ins kostengünstigere Ausland verlagert worden“, sagte Stefanie Wahl. Das verbleibende Zehntel der Zeitarbeitskräfte sei demgegenüber hoch oder zumindest gut qualifiziert.

Während die Zahl der Beschäftigten insgesamt seit 1995 nur um vier Prozent gestie-gen und diejenige der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sogar um vier Prozent gesunken sei, habe sich die Zahl der Zeitarbeitnehmer von 165.000 auf etwa 670.000 vervierfacht. Vom gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungszuwachs in den Jahren 2006 und 2007 seien 37 Prozent auf die zahlenmäßige Zunahme von Zeitarbeitskräften zurückzuführen. Dazu Martin Schulze: „Im internationalen Vergleich dürfte sich Deutschland beim Einsatz von Zeitarbeitskräften in diesen beiden Jahren nach vorne geschoben haben.“